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Die „nationale Montagskundgebung“ in Kassel

7. November 2011

Seit fast sechs Jahren: extrem Rechte Montagsdemo in Kassel. Hier im Sommer 2007.

Im Jahr 2004 begannen in vielen Städten die vielfältigen Aktivitäten gegen HartzIV und Sozialabbau. Jeden Montag wurden Demonstrationen, Mahnwachen und Kundgebungen durchgeführt, teilweise jahrelang. Inzwischen sind viele dieser Aktionen wieder eingeschlafen, meist ist es nur ein kleines Grüppchen, das in manchen Städten noch aktiv ist, so auch in Kassel. Das besondere hier nur: es gibt zwei Montagsdemonstrationen. In diesem Zusammenhang interessant ist die eine davon, die „Montagskundgebung basisdemokratisch, national!“, die fast jeden Montag in Kassels Fußgängerzone stattfindet.

Der Unterschied zu wohl allen anderen Montagsdemonstrationen bundesweit: hier geht es nicht um Sozialabbau und ähnliches. Im  Fokus stehen andere Themen: Der Austritt aus dem Euro, eine angeblich gesteuerte „Überfremdung“ und der Traum von der Weiterexistenz des Deutschen Reiches.

Am 07. November verteiltes Flugblatt der "BAUZ-Jugend"

Viele Anhänger erreichen sie damit nicht. Die Reden, die hinter dem Infostand mit der Handvoll meist älterer Aktivisten gehalten werden, meist eine wirre Mischung aus Verschwörungstheorien und rechtsextremer Propaganda, werden meist mit Kopfschütteln, seltener mit Gelächter oder Protestrufen aufgenommen. Aber doch stehen sie fast jeden Montag hier, seit nunmehr annähernd sechs Jahren. Dabei gab es schon mal Besuch von Vertretern anderen rechtsextremer Organisationen. So tauchte im Jahr 2007 mehrfach der damalige stellvertretende Vorsitzender der Jungen Nationaldemokraten Hessen, der Jugendorganisation der NPD, Mike S. mit einigen seiner Getreuen am Stand auf. Auch Aktivisten aus dem Schwalm-Eder-Kreis wurden schon gesichtet, im Gepäck Material der rechtsextremen Wählervereinigung „Ab jetzt… Bündnis für Deutschland“. Damals hatte es schließlich mehrere Wochen Proteste vom Kasseler „Bündnis gegen Rechts“ gegen diese Kundgebung gegeben.

Das Bild am Montag war also das bekannte: Ein Informationsstand, Plakate auf denen die Weiterexistenz des Deutschen Reiches behauptet wurde, Reden mit extrem rechten Inhalten und dazwischen einschlägige Musik, gern auch mal von der Schulhof-CD der NPD. Die Flugblätter, der sogenannte BAUZ-Report, sind dabei eigentlich nur eine Artikelsammlung des NPD-Parteiorgans „Deutsche Stimme“. Auch das Flugblatt der „Jungbürger in der Bürgeraktion für unsere Zukunft“, verteilt von einem bestimmt über 70jährigen, ist da keine Ausnahme.

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