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Schwalm-Eder: Gewalt von rechts nimmt ab

11. November 2011

In der HNA wird in der Ausgabe vom 11.November 2011 über die Entwicklung der Rechtsextremen Szene im Schwalm-Eder-Kreis berichtet. In den letzten Jahren war es immer wieder zu teilweise schweren Gewaltdelikten gekommen, wie etwa der Überfall auf ein Jugendzeltlager am Neuenhainer See im Jahr 2008, bei dem ein damals 13jähriges Mädchen lebensgefährlich verletzt wurde. Oder der Angriff auf einen Polizisten ein Jahr später im Umfeld der Kirmes in Dittershausen.

Die meisten dieser Gewalttaten gingen damals von den sogenannten „Freien Kräften Schwalm Eder“ aus. Einer Gruppe aus dem Spektrum der sogenannten „Freien Kameradschaften“, die bereits seit 2005 unter diesem Namen auftrat. Jedoch ist, wie der Artikel auch anspricht diese Gruppierung in den letzten beiden Jahren erheblich geschwächt worden: Ein Teil der Anhänger wurde zu Haftstrafen verurteilt, andere sind zum Studieren weggezogen oder haben sich Kameradschaften in anderen Regionen angeschlossen. Dazu kam eine Zahl von Aktivisten, die durch den öffentlichen Druck in Verbindung mit der Strafverfolgung der Szene den Rücken gekehrt haben.

Konnte dies in der ersten Zeit noch von anderen Kameradschaftsmitgliedern aufgefangen werden, scheint inzwischen tatsächlich so etwas wie relative Ruhe eingekehrt zu sein. Aber – und auch das schreibt der Artikel dankenswerter Weise – die Personen sind zu einem großen Teil noch da, die Einstellungen auch. Ein Aufleben der Aktivitäten also immer noch möglich. Deswegen kann auch für den Bereich der „Freien Kräfte Schwalm Eder“ noch keine Entwarnung gegeben werden.

Gewalt von Rechts im Landkreis nimmt ab
Polizei: Freie Kräfte Schwalm-Eder werden immer schwächer

V O N  C H R I S T I N E  T H I E R Y
SCHWALM-EDER. Der positive Trend im Kampf gegen den Rechtsextremismus im Schwalm-Eder-Kreis hält an. „Dieses Jahr gab es im Kreis noch keine Gewaltdelikte aus der rechten Szene“, sagte Achim Kaiser, Leiter der Kriminalinspektion Schwalm-Eder. Dennoch müsse man wachsam bleiben.
Auch die Zahl der politisch motivierten Straftaten sinke. Dazu gehören beispielsweise Hakenkreuzsschmierereien. „2010 waren es 74 politisch motivierte Straftaten“, sagte Kaiser. 2009 waren es noch 115. Im Jahr 2011 halte die rückläufige Tendenz an, genaue Zahlen liegen aber noch nicht vor. Zudem werde der Verbund der Freien Kräfte Schwalm-Eder immer schwächer. Im Mai hatte Kaiser die Zahl der Anhänger auf 30 geschätzt. Auch hier sei die Tendenz sinkend. Ein Grund dafür sei der massive Druck, der von der Polizei aufgebaut worden sei.
Zwischen 2009 und 2010 verbrachten die Beamten 25 000 Stunden mit Ermittlungen in Sachen Rechtsextremismus. Das sei bis hin zur Personenüberwachung gegangen. Damit habe man die Betroffenen massiv unter Druck gesetzt. Hilfreich sei die Zusammenarbeit mit den Burschenschaften und die größere Präsenz auf Volksfesten.
Ein weiterer Grund für die positive Entwicklung sei, dass man auf die Sensibilisierung gesetzt habe, erklärte Landrat Frank-Martin Neupärtl. Einen großen Anteil daran habe die Initiative „Gewalt geht nicht“. Deren Leiter Stephan Bürger ging mit 172 Angeboten wie Vorträgen in Schulen, Jugendclubs und Vereinen, um junge Menschen zu erreichen.
„Wir bieten konkrete Unterstützung bei rechtsextremen Problemen in der Schule und im Verein, helfen und informieren, wenn der Bedarf da ist,“ sagte er. Auch wenn die Tendenz positiv ist, sei dies keine Entwarnung: Polizei und Landkreis setzen daher weiter auf Prävention.

(Melsunger Allgemeine vom 11.11.2011)

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