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„Sturm 18“ marschiert in Remagen

19. November 2011

Der "Trauermarsch" in Remagen: dieses Jahr zum dritten mal

Seit mittlerweile drei Jahren finden auch  in Remagen (Rheinland-Pfalz) sogenannte „Trauermärsche“ der extremen Rechten statt. Der regionale Bezug ist hier das sogenannte „Rheinwiesenlager“, ein alliiertes Lager für gefangene Wehrmachtssoldaten nach dem zweiten Weltkrieg, in dem nach Meinung der „Trauernden“ über eine Million Menschen zu Tode gekommen sein sollen. Belastbare historische Belege gibt es dafür nicht. Dieses Jahr mitten dabei: Der Sturm 18 aus Kassel.

Mit dem Marsch in Remagen soll ein weiterer „Trauermarsch“ im jährlichen Demonstrationskalender etabliert werden. Mit geschichtsrevisionistischen Themen und einer eigenen Geschichts- und Legendenbildung versucht man sich neben Dresden, Bad Nenndorf, etc. nun auch hier zu profilieren. Dreihundert waren in diesem Jahr gekommen, etwas mehr als das Jahr zuvor, ein knappes Dutzend davon aus Kassel.

Sturm 18 mit dabei: Rund ein Dutzend Rechte aus Kassel marschierten in Remagen mit.

Dabei war der „Sturm“ mit den codierten Initialen von Adolf Hitler (1 und 8 für den 1. und 8. Buchstaben des Alphabets = A H) personell geschwächt, musste doch erst Anfang des Monats ihr Gründer und langjähriger Anführer Bernd T. eine mehrmonatige Haftstrafe wegen Bedrohung und Beleidigung antreten (der Artikel dazu), weitere Verfahren sind anhängig, ein Bewährungswiederruf in anderer Sache droht ebenfalls. Ein weiteres Mitglied von Sturm 18 ließ sich hingegen von seiner Verurteilung wegen Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, die er erst in der letzten Woche am Amtsgericht Kassel kassiert hatte, nicht von einer Teilnahme abhalten. Hatte er an Karfreitag diesen Jahres in Kassel noch versucht, Passanten mit lauten „Heil Hitler“ Gebrüll einzuschüchtern, gedachte er in Remagen deutlich leiser.

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