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Kassel: Rechte Schmierereien an der Uni

21. Dezember 2011

In der Nacht vor der Demonstration am 17.09.2011 gesprüht: Parole "Braun statt bunt" am Parteibüro der Linken

An der Uni sind in der Nacht zum 20. Dezember mehr als ein Dutzend Graffiti mit dem Text „Weise-Kusche – Kusch Kusch“ gesrüht worden, berichtet die HNA in der Ausgaben vom 21. Dezember 2011. Der Text richtet  sich offenbar gegen Sebastian Weise-Kusche, den Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) und Mitglied der Juso-Hochschulgruppe. Von der Art würden die Schmierereien denjenigen ähneln, die mit Sprühschablonen aufgebracht wurden, die in den vergangenen Monaten mehrfach auf dem Campus entdeckt wurden. Mitte September waren im Vorfeld einer Demonstration gegen Rechtsextremismus mehrere Graffitis mit der Parole „Braun statt Bunt“ aufgetaucht.

Damals waren die Uni-Bibliothek, ein Bauzaun und auch das Holocaust-Mahnmal „Die Rampe“ an der Moritzstraße damit beschmiert worden, aber auch an der Scheibe des Parteibüros der Linken war eine solche Parole aufgetaucht. Die Polizei nahm damals drei Tatverdächtige fest – einen 43-Jährigen aus Kassel, einen 23-Jährigen aus dem Landkreis und einen 21-Jähriger aus Hann. Münden – gegen die nun ein Ermittlungsverfahren läuft. Zwei von ihnen machten erst kürzlich wieder Schlagzeilen, als sie als Aktivisten einer Reservistenkameradschaft in Erscheinung getreten waren, die sich gleichzeitig im Umfeld der rechtsextremen Gruppierung „Freier Widerstand Kassel“ tummeln.

Spuren der bereits wieder entfernten Parole am Mahnmahl "Die Rampe"

Wie schon damals habe auch diesmal die Universität Anzeige erstattet. Jeder Fall von „rechtsextremistischen oder sich gegen Angehörige der Hochschule richtenden Graffiti“ werde zur Anzeige gebracht, zitiert die HNA Uni-Präsident Prof. Rolf-Dieter Postlep. Insbesondere für die Beschädigung des Zwangsarbeiter-Mahnmals habe die Hochschule „kein Verständnis und null Toleranz“, ergänzte Uni-Sprecher Dr. Guido Rijkhoek.

Die waren nicht die einzigen Vorfälle an der Uni, bereits im November war der Kopierer des Asta mit einem NPD-Aufkleber „Ausländer rein? Keine Überfremdung – Keine Moschee“ beklebt worden und auch im Fachbereich Erziehungswissenschaften sind schon Neonazi-Sticker und Parolen entdeckt worden. Inzwischen seien die Graffitis bereits wieder entfernt worden.

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