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Haftstrafe für Rechtsextremisten

31. Januar 2012

Treysa – Ein 22-jähriger mutmaßlicher Sympathisant der „Freien Kräfte Schwalm Eder“ aus dem Altkreis Ziegenhain ist am gestrigen Montag vom Amtsgericht in Treysa wegen Körperverletzung und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer fünfmonatigen Haftstrafe, Arbeitsstunden und einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Haftstrafe wurde jedoch auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Auf der letztjährigen Kirmes in Großropperhausen hatte der Angeklagte einen 20-jährigen ins Gesicht geschlagen. Dieser wurde dabei am Auge verletzt und seine Brille beschädigt. Zwar räumte er die Körperverletzung ein, gab aber an, selbst vorher von jemanden geschlagen worden zu sein. Er habe sich nur Platz in der Sektbar verschaffen wollen als er wohl zufällig auf sein Opfer traf und es wortlos niederschlug. Zwei eingesetzte Polizeibeamte gaben an, der mit 2,49 Promille stark alkoholisierte Rechtsetxremist hätte sich auch ihnen gegenüber aggressiv verhalten. Für diese Körperverletzung verhängte das Gericht die fünfmonatige Haftstrafe, sowie die Auflage, 60 Sozialstunden abzuleisten und für Schadenswidergutmachung zu sorgen.

Des weiteren wurde dem Angeklagten vorgeworfen, ebenfalls im vergangenen Jahr, auf einer Kirmes in Neukirchen den Hitlergruß gezeigt, „Heil, Hitler!“ und „Sieg, Heil!“ gerufen zu haben. Er selbst gab an, sich nicht an die Vorwürfe erinnern zu können, sie lägen jedoch „im Bereich des Möglichen“. Ein Mitarbeiters eines Sicherheitsdienstes hingegen konnte sich erinnern: Nach einer Rangelei sei der 22-Jährige des Zeltes verwiesen worden. Dabei habe er gedroht, ihn zu schlagen, und draußen „Naziparolen“ gerufen.

Er habe inzwischen die Kontakte in die rechtsextreme Szene abgebrochen und eigentlich war er „ja noch nie richtig rechts“. Er habe nur gelegentlich mit einigen Leuten etwas getrunken, inzwischen jedoch auch seinen Alkoholkonsum stark reduziert und die alten Kontakte zur rechten Szene bis auf einen abgebrochen.Rehtsextreme T-SHirts habe er zwar noch im Schrank liegen, aber er würde sie jetzt nur noch „ab und zu“ anziehen. Wegen des Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wurde er zusätzlich zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt.

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