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Neonazikonzert in Espenau

22. März 2012

Espenau – Wie die Frankfurter Rundschau aktuell berichtet fand am letzten Samstag ein Neonazi-Konzert im nordhessischen Ort Espenau statt. Rund 120 Rechtsextreme konnten hier in der Abgeschiedenheit der kommuneeigenen Veranstaltungsräume feiern.

Fast  120 Neonazis feiern ungestört in Espenau

Zur „Geburtstagsfeier“ eines Neonazis kommen fast 120 Gleichgesinnte nach Espenau angereist. Die Polizei kontrolliert, aber sieht keinen Grund, die braune Feier aufzulösen.

So war der Slogan hoffentlich nicht gemeint. „Wir haben für jede Feier das Passende!“, wirbt die nordhessische Gemeinde Espenau für ihre Freizeiteinrichtungen. Und seit dem vergangenen Wochenende weiß man: Sie taugen auch für ein geselliges Beisammensein von fast 120 Neonazis.

Am Samstag feierte Stanley R. aus Kaufungen, ein langjähriger Angehöriger der rechtsextremen Szene, in der gemeindeeigenen Grillhütte „Steinbruch“ seinen 36. Geburtstag.

Nach Angaben der Polizei waren 116 Gäste aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern, Bremen und Thüringen angereist. Die Beamten beschränkten sich aber darauf, die Personalien zu überprüfen. Gegen fünf Rechtsextreme seien Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet worden, weil sie während der Kontrollen „rechtes Gedankengut“ geäußert hätten, teilte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch mit.

Rockerclub dient als Location für Nazikonzert

Ein 33-Jähriger sei in Gewahrsam genommen worden, weil er einem Platzverweis nicht Folge geleistet habe. Für eine Auflösung des braunen Treffens sah die Polizei aber keine Grundlage. Es habe sich lediglich um eine „private Geburtstagsfeier“ gehandelt, erklärte der Sprecher. „Eine Außenwirkung war zu keiner Zeit gegeben.“

Informationen der FR, dass die Party gleichzeitig auch ein Neonazi-Konzert war, wollte Jungnitsch nicht bestätigen. „Über Auftritte von Bands liegen uns keine belastbaren Erkenntnisse vor.“

Stanley R., der auch als rechter Schläger schon aufgefallen ist, hatte bereits vor fünf Jahren seinen Geburtstag mit einem Rechtsrock-Konzert gefeiert: Damals hatte er dafür die Clubräume des berüchtigten Rockerclubs „Bandidos“ in Kassel angemietet.

Die Gemeinde Espenau traf all das überraschend. Nach den Worten eines Rathausmitarbeiters hat sie erst nach dem Polizeieinsatz erfahren, dass sie ihre Grillhütte an einen Neonazi vermietet hatte. „Da war das Ding schon gelaufen.“

Die mit Thekenanlage, Kegelbahn und Kinderspielplatz üppig ausgestattete Anlage werde halt auch an Unbekannte „von außerhalb“ vergeben, hieß es. Künftig aber wolle man aufmerksamer sein und „besser filtern“, wer im Steinbruch feiern dürfe. Und wer lieber nicht.

 (Quelle: fr-online, http://www.fr-online.de/rhein-main/naziparty-party-fast-120-neonazis-feiern-ungestoert-in-espenau,1472796,11955464.html)

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