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Indizierte Nazimusik in der Fußgängerzone

5. Juni 2012

Kassel – In der Vergangenheit hatten wir bereits über die rechtsextreme Montagsdemonstration, die regelmäßig in der Kasseler Fußgängerzone stattfindet, berichtet. Inzwischen macht diese wieder Schlagzeilen: mit als jugendgefährdend indizierter Musik. Das online Magazin blick-nach rechts berichtete darüber. Wir dokumentieren den dort (Link) erschienenen Artikel:

 Indizierte Nazimusik in der Fußgängerzone

Infostand der „Montagsdemonstranten“; Photo: J.F.

Kassel – Seit acht Jahren versammelt sich jeden Montag eine kleine Gruppe in der Kasseler Fußgängerzone, um rechte Propaganda mit wirren Verschwörungstheorien zu verteilen und Hassmusik zu spielen.

Auf ihren Plakaten steht „Das Grundgesetz ist keine Verfassung!“ und „Deutscher ist, wer die unmittelbare Reichsbürgerschaft besitzt“. An wechselnden Plätzen in der Innenstadt von Kassel verteilen eine Handvoll Männer Propaganda und spielen rechtsextreme Songs. 2007 gab es Protest, weil stadtbekannte Neonazis wie ein Funktionär der Jungen Nationaldemokraten unter den Protestlern waren. Doch inzwischen agieren die Rechten wieder unbehelligt. Sie leugnen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und propagieren den Fortbestand des Deutschen Reiches.

Maßgeblich an der Organisation der montäglichen Aktionen beteiligt sind Peter Pawlak (Jg. 1944) aus Spangenberg (Schwalm-Eder-Kreis) und Veit Grimm (Jg. 1936) aus Kassel. Grimm ist Mitglied der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), Pawlak war bei der Bundestagswahl 2005 noch für die „Linke“ angetreten.

Flugblätter mit Artikel aus den „Unabhängigen Nachrichten“

Verteilt werden unter anderem beispielsweise Flyer der „Europäischen Aktion“, einer Organisation aus dem Holocaustleugner-Milieu. Zudem händigen die „Montagsdemonstranten“ Flugblätter mit einem Artikel aus den antisemitischen „Unabhängigen Nachrichten“ an Passanten aus. Einige Hundert Pamphlete werden so jeden Montag Fußgängern in der City überreicht. Gestern, wenige Tage vor dem Beginn der Documenta, der größten Kunstausstellung der Welt in Kassel, baute Pawlak wieder seinen Stand auf – in bester Lage, am Rande der Königsstraße.

Neben Reden, die von Pawlak gehalten werden, spielen die „Montagsdemonstranten“ regelmäßig Musik bei ihren „Kundgebungen“, die wohl eher als „Infostände“ zu bezeichnen sind. Darunter waren in den vergangenen Wochen Stücke der Neonazi-„Liedermacherin“ Annett Müller und des neonazistischen Musikprojekts „Die lustigen Zillertaler“. Die Songs von den „lustigen Zillertalern“, einer Anspielung auf die „Zillertaler Türkenjäger“, sind seit 2011 als jugendgefährdend indiziert, dürfen eigentlich nicht öffentlich gespielt werden. Doch die Polizei ist bei den „Montagsdemos“ nur sporadisch vor Ort, kennt die Auflagen, die vom Ordnungsamt erlassen werden, nicht.

Offenbar um ein junges Publikum anzusprechen, wird zudem Rap gespielt. Die Inhalte ähneln denen auf den Plakaten: Die Bundesrepublik Deutschland sei kein Staat, einige wenige, allen voran die „Bilderberger“ und „Zentralbanken“, würden die Welt regieren und die Deutschen müssten sich gegen die ausländischen Agitatoren wehren.

Julian Feldmann – 05.06.2012

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