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NPD Kundgebung in Kassel

4. August 2012

In Kassel nicht willkommen: NPD-Kundgebung auf dem Leipziger Platz

Kassel – Im Rahmen ihrer „Deutschlandtour“ wollte die NPD am 4. August Station in Mittel- und Nordhessen machen. Nachdem der Morgen in Marburg schon ungemütlich für sie war – die Handvoll Rechtsextremisten standen ca. 400 Gegendemonstranten gegenüber – war es in Kassel nicht angenehmer. Auf dem Leipziger Platz kamen am Nachmittag rund 350 Menschen zusammen, um ihrem Unmut über die Kundgebung der NPD Ausdruck zu verleihen. Mit Trillerpfeifen, Hupen und Sprechchören unterstrichen sie akustisch die Übermacht der Gegendemonstranten gegenüber einer Handvoll Teilnehmer der NPD-Veranstaltung.

Neben dem Redner Udo Pasteurs, für die NPD im Landtag von Meclenburg-Vorpommern, und dem hessischen Landesvorsitzenden Daniel Knabel waren lediglich die Besatzungen der beiden „Deutschlandtour“-Fahrzeuge zur Kundgebung gekommen. Lokale Unterstützung hatten sie – außer von vier Anhängern der Neonazistischen Prügeltruppe „Sturm 18“ – nicht. Die übrigen nordhessischen Rechtsextremisten zogen es scheinbar vor, auf die jährlich stattfindende Demonstration nach Bad Nenndorf zu reisen. Selbst der hessische Landesvorsitzende der NPD-Jugendorganisation JN (Junge Nationaldemokraten) marschierte lieber durch die niedersächsische Kleinstadt.

Die Polizei war in beiden Städten mit einem großen Aufgebot präsent, um die Rechten abzuschirmen. Zu Zwischenfällen kam es nach Auskunft einer Polizeisprecherin nicht. Sowohl in Marburg als auch in Kassel blieb alles friedlich.

Anders als zuvor in Darmstadt hatten Kassel und Marburg keinen Versuch unternommen, die NPD-Veranstaltung zu verbieten. Die Verbotsverfügung der Darmstädter war von den Gerichten abgeschmettert worden. Es gebe keinen Nachweis einer konkreten Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) argumentiert.

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