Startseite > Kassel, Sturm 18 > Sturm 18: Keine Strafe für Hitlergruß

Sturm 18: Keine Strafe für Hitlergruß

22. August 2012

Im Internet: Bernd T. posiert vor Hitlerbild

Kassel – Kurz vor dem angesetzten Verhandlungstermin vor dem Amtsgericht Kassel ist ein Verfahren gegen Bernd T., Gründer und Chef der Neonazi-Kameradschaft „Sturm 18“ auf betreiben der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Eigentlich hätte sich der 37-Jährige am Mittwoch vor dem Kasseler Amtsgericht verantworten sollen, weil er auf Fotos im Internet vor einem Hitler-Bild posiert und den Hitler-Gruß gezeigt hatte. Wie ein Gerichtssprecher berichtete entschied sich die Staatsanwaltschaft jedoch kurzfristig, die Einstellung des Verfahrens zu beantragen.

In Nabetracht von zwei derzeit verbüßten  Haftstrafen von insgesamt 28 Monaten, wäre eine Verurteilung wegen Verwendens verbotener Nazi-Symbole nicht mehr nennenswert ins Gewicht gefallen, war die Begründung. Dabei ist das Strafmaß für das „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“, wie der Tatbestand offiziell heißt, eine mögliche Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Bernd T., unter anderem wegen Tötung eines Obdachlosen vorbestraft, war zuletzt war er im vergangenen Jahr zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er eine Frau bedroht und beleidigt hatte, deren minderjährige Tochter unter seinen Einfluss geraten war.

Außerdem muss er eine weitere Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren absitzen, weil die ursprünglich gewährte Bewährung widerrufen worden war.  Denn auch bei dieser Verurteilung war es – neben weiteren Vorwürfen – um Bedrohung gegangen: Bernd T. hatte einen Gastwirt massiv unter Druck gesetzt, weil der sich geweigert hatte, die „Sturm 18“-Kameraden in seiner Kneipe Dart spielen zu lassen.

Advertisements
Kategorien:Kassel, Sturm 18 Schlagwörter: , ,
%d Bloggern gefällt das: