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Braune Reservisten II

4. Oktober 2012

Er wollte in die NPD, jetzt ist er in Afghanistan: Michael L. im Auslandseinsatz (Quelle: facebook)

Witzenhausen – Der Stern berichtet in seiner Ausgabe vom 4. Oktober über die Marschgruppe Hürtgenwald. Diese war bereits im Herbst letzten Jahres in die Kritik geraten, weil sich zwei Aktivisten des „Freien Widerstands Kassel“ dort eingerichtet hatten. Die Marschgruppe, allen voran ihr Anführer Otto Baumann, gab sich damals überrascht. Man habe nichts bemerkt und würde nun natürlich sofort reagieren, sei für das Thema sensibilisiert. Umso erstaunlicher was der Stern nun berichtet: Ein weiteres Mitglied der Marschgruppe hat offenbar eine rechtsextreme Gesinnung, befindet sich momentan sogar im Auslandseinsatz in Afghanistan.

Von den Sicherheitsbehörden wird Michael L. als „rechtsextremistisch“ eingestuft, hat er doch im Jahr 2008 die Mitgliedschaft in die NPD im damals noch existierenden Kreisverband Kassel beantragt. Er wurde abgelehnt, weil er damals noch Mitglied der CDU gewesen sein soll. Auch bei den Treffen des „Freien Widerstands Kassel in der Kasseler Kneipe „Stockholm“ sei er öfter dabei gewesen. Ein anderer Teilnehmer der Neonazi-Treffen wird mit den Worten „L. war definitiv politisch motiviert“ zitiert.

Die Marschgruppe hat auch in diesem Fall wieder nichts gewusst und nichts gemerkt. Anführer Baumann spielt den Vorfall in der Mündener Rundschau (25.09.2012) mit den Worten herunter: „Bei allen Gruppierungen wird es immer wieder solche Zufallsfunde geben. Selbst der totale Überwachungsstaat, den einige ´Gutmenschen´ wohl anstreben, könnte das nicht verhindern.“ Zumindest mit dem Sprachjargon der Neonazis scheint er keine großen Probleme zu haben, bezeichnet doch „Gutmenschen“ in der Szene diejenigen, die sich aktiv für Demokratie und gegen rechtsextreme Tendenzen einsetzen.

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