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Braune Verschwörungstheoretiker treffen sich in Wolfhagen

20. Januar 2013
Den Holocaust bezweifeln und Nazi-Symbole auf der Mütze: Teilnehmer des „Honigmann-Treffens“ (Quelle: Screenshot Terraherz-Forum)

Den Holocaust bezweifeln und Nazi-Symbole auf der Mütze: Teilnehmer des „Honigmann-Treffens“ (Quelle: Screenshot Terraherz-Forum)

Wolfhagen – Bei der Ankündigung für ein Treffen unter dem Titel „Der Honigmann kommt“, mag man vielleicht als erstes an eine Versammlung von Bienenfreunden denken. Bei dem Treffen am 19./20. Januar in der Nähe von Wolfhagen war jedoch etwas anderes gemeint. „Der Honigmann“ ist ein Blog im Internet, bei dem vor allem Verschwörungs-theorien aller Art verbreitet werden: Illuminaten, Ufos, Ayurveda. Zwischendrin allerdings immer wieder über die angeblich geplante „Ausrottung des Deutschen Volkes“ lamentiert, Wehrmachts- und SS-Glorifizierung sowie andere braune Mythen publiziert werden.

Bei näherer Betrachtung des Blogs fallen einem Texte auf, wie der von einem Richard Wilhelm von Neutitschein: „Die heutige Lähmung und Wehrlosigkeit des Deutschen Volkes gegenüber dem an ihm vollzogenen Völkermord durch eine massenweise Überfremdung hat nicht zuletzt mit der über tausendjährigen Wirkung des Giftes des machtpolitischen Christentums an ihm zu tun! Das noch schädlichere Gift der ´Demokratie´ hat es dann in geschichtlich rasant kurzer Zeit geschafft, den zwischenzeitlichen Gesundungsprozess des Deutschen Volkes durch den Nationalsozialismus nicht nur wieder zunichte zu machen…“ NS-Agitation der deutlichsten Sorte. Auf der Internetseite des Blogs führen dann auch zahlreiche Links tief in den braunen Sumpf.

So trafen sich dann am Wochenende 19./20. Januar 2013 ca. 30 Anhänger brauner Verschwörungstheorien in einem Lokal in Wolfhagen. Anfangs gab es einige Organisatorische Schwierigkeiten, da der Wirt des ursprünglich geplanten Versammlungsortes scheinbar kalte Füße bekommen hat und auf diese Art Gäste dringend verzichten wollte. Aber schließlich konnte das Treffen doch noch an anderer Stelle stattfinden.

Am Rande der Versammlung wurde ein Video produziert, auf dem von zwei Teilnehmern der Veranstaltung nicht nur Werbung für den jährlichen Neonaziaufmarsch in Dresden gemacht wurde. Vielmehr wollte man klarstellen, dass an der gängigen Geschichtsschreibung etwas nicht stimmen könne: Schließlich hätten auch Juden in der Wehrmacht gekämpft und da könne es ja kaum sein, dass gleichzeitig deren Angehörige von den Nazis umgebracht worden wären… Aber dass sie Rechtsextrem seien, das weißt man dann doch vehement von sich.

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