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Rechtsextremisten instrumentalisieren Kindesmissbrauch II – JN Kundgebung abgesagt

6. September 2013
Spiel mit den Ängsten der Anwohner: Rechtsextremisten versuchen das Thema sexueller Missbrauch für sich auszunutzen

Spiel mit den Ängsten der Anwohner: Rechtsextremisten versuchen das Thema sexueller Missbrauch für sich auszunutzen

Oberaula – Im letzten Monat berichteten wir über den Versuch von Rechtsextremisten, aus dem Umfeld der JN eine Kampagne zu initiieren, die sich gegen den Wohnsitz eines entlassenen Sexualstraftäters in einem Ortsteil von Oberaula richtet. Über mehrere Wochen wurde versucht, den Eindruck zu erwecken, es würde sich um eine Kampagne aus dem betreffenden Ort selbst handeln. Ein eigenes facebook-Portal „Keine Pädophilen in Oberaula“ war eingerichtet worden, um das Thema propagandistisch für sich auszunutzen zu können.

Im Ort selbst wurde das Engagement von rechts außen mit Erschrecken aufgenommen. Keinesfalls wollte man sich von Antidemokraten, denen es nicht um die Opfer, sondern lediglich um das Ausleben ihrer persönlichen Rachefantasien geht („Todesstrafe für Kinderschänder“), vereinnahmen lassen.

Dazu eine Einwohnerin: „Die rechte Szene hat nichts mit dem Umzug und vorher mit dem Bürgerprotest zu tun. Hier wurde ganz demokratisch, auch im Interesse des Freigelassenen, der Besorgnis Rechnung getragen, dass er als hoch Rückfall gefährdet nicht an einem Wasserspielplatz der Dorfkinder wohnen sollte. Die Bewohner forderten eine betreute Unterbringung für ihn und haben keinerlei Aktionen gegen ihn unternommen. Hier ging es nur darum, dass nach Auffassung der Wahlshäuser ein solcher Mann nicht integriert werden kann in die dörfliche Gemeinschaft von knapp 300 Bewohnern. Keiner hat ihn persönlich angegriffen oder gemobbt. Das wurde auch abgelehnt. Die staatlichen Institutionen wurden aufgefordert, geeignete Plätze für solche Ehemaligen zu schaffen. Dass sich die Nazis nun den Umzug als Erfolg zurechnen, ist unverschämt.“

Wie wenig die Rechten im Ort tatsächlich verankert waren, zeigte sich schließlich in der letzten Woche. Großspurig wurde eine „Aktion vor Ort“ angekündigt, schließlich für den Nachmittag des 6. September eine Kundgebung angemeldet. Was die Rechtsextremen aber scheinbar nicht mitbekommen hatten: der entlassene Sexualstraftäters wohnte schon längst nicht mehr in dem Ort.

Als sie es dann schließlich doch gemerkt hatten, wurde die Kundgebung schnell wieder abgesagt, nicht ohne in der üblichen realitätsfernen Art und Weise die ganze Aktion als Erfolg zu verbuchen. Die Mär von der gemeinsamen Aktion von Rechtsextremen und normalen Bürgern im Ort wurde weitergesponnen. So hieß es auf der facebook-Seite, man habe „nicht locker gelassen“ und den „Protest gemeinsam mit der sozialen Heimatpartei (gemeint ist die NPD)und vielen Bürgern zum Ausdruck gebracht.“ Man schloss mit den etwas kryptischen Sätzen: „Vilen Danka für Eure Unterstützung! Gemeinsam haben es geschafft das der Kinderschänder verschwunden ist.“ „Unsere Ankündigungen in Oberaula eine Kundgebung abzuhalten hatte anscheinend seine Wohnung.“ (sic!)

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