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Angriff auf Flüchtlingsheim

12. Januar 2014
Zerschlagene Jalousien (Quelle: Indymedia)

Zerschlagene Jalousien (Quelle: Indymedia)

Wohratal – Ein Flüchtlingsheim im Kreis Marburg-Biedenkopf ist in der Nacht zum Sonntag den 12. Januar von mehreren Personen überfallen und verwüstet worden. Gegen 4.30 Uhr drangen die Täter ins Gebäude ein, beschädigten fast alle Jalousien des Erdgeschosses und traten mehrere Türen ein. Es entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro. Eine schwangere Frau wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Zu körperlichen Angriffen oder Übergriffen auf die Bewohner kam es laut Polizei glücklicherweise nicht.

Inzwischen gaben vier 18 bzw. 19 Jahre junge Männer in polizeilichen Vernehmungen ihre Beteiligung an der Tat zu. Sie konnten dank der vielfältigen Unterstützung und Mithilfe der Wohrataler-Bevölkerung noch am Sonntag vorläufig festgenommen werden. Befragt zur Motivation für ihr Handeln führten sie „den Alkoholgenuss in Verbindung mit ihrer auf persönlichen Erlebnissen basierenden gegenwärtigen emotionalen Stimmung an“, so der Polizeibericht. Alle vier sollen geäußert haben, weder rechtsradikal noch rechtsextremistisch oder ausländerfeindlich zu sein.

Zwar gab es vor dem Vorfall in Wohra tatsächlich „keine kriminalpolizeilichen Erkenntnisse über rechtsgerichtete Aktivitäten der jungen Männer“, im Rahmen der Ermittlungen stellte sich jedoch heraus, dass mindestens einer von ihnen zusätzlich verdächtig ist, in einem Auto gesessen zu haben, aus dem heraus im Dezember 2013 im Vorbeifahren an dem Heim in Wohra verfassungsfeindliche Parolen gerufen worden sein sollen.

Bürgermeister Peter Hartmann äußerte sich gegenüber der Frankfurter Rundschau deutlich: „Es spricht alles dafür, dass es sich um eine ausländerfeindliche Aktion handelt, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzen sollte.“ Er sei schockiert über das, was in seiner Gemeinde passiert sei, sagte Hartmann und sprach von einem „sehr beschämenden Anblick“ am Tatort. In einer gemeinsamen Erklärung aller Fraktionen der Gemeindevertretung verurteilte er die Tat ausdrücklich. Sie treffe „Menschen, die aus Notlagen und Situationen der Verfolgung zu uns gekommen sind und Schutz und Hilfe gesucht haben.“

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