Startseite > Burschenschaft Germania, Kassel, NPD > Rechtsextremer Sozialarbeiter muss gehen

Rechtsextremer Sozialarbeiter muss gehen

19. Februar 2014

Kassel (hr) – Die Stadt Kassel hat jahrelang unwissentlich einen Sozialarbeiter mit rechtsextremer Gesinnung beschäftigt. Erst durch einen Hinweis wurde sie darauf aufmerksam und trennte sich am Mittwoch sofort von ihm.

Der Mann war für die Stadt seit rund zehn Jahren als Honorarkraft tätig. Er arbeitete in der Erziehungs- und Jugendhilfe in der ambulanten Einzelbetreuung und hatte dabei auch immer wieder Kontakt zu Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Das Jugendamt wurde erst durch den Hinweis einer nicht näher genannten Person außerhalb der Stadtverwaltung auf die Gesinnung des Mannes aufmerksam.

Bei einer eigenen Recherche hätten sich ausreichende Hinweise auf die rechte Gesinnung des Mannes ergeben, sagte Jugendamtsleiterin Judith Osterbrink dem hr. Am Mittwochmorgen habe es mit dem Mitarbeiter ein Gespräch gegeben, in dem er mit den Vorwürfen konfrontiert worden sei. „Er hat nicht widersprochen, daraufhin haben wir die Zusammenarbeit beendet“, sagte Osterbrink.

Ein rechtsextremer Hintergrund sei in der Erziehungshilfe keinesfalls tolerierbar, schon gar nicht in der besonders sensiblen Einzelbetreuung. Seit 2003 hätte er jedes Jahr etwa ein bis zwei Jugendliche betreut. In der Vergangenheit habe nichts darauf hingedeutet, dass der Mann Kontakte zur rechten Szene hatte. Auch die Führungszeugnisse des Sozialarbeiters hätten keine Hinweise geliefert. „In keinem ist irgendeine Auffälligkeit“, erklärte die Jugendamtsleiterin.

Aktiv bei rechter Burschenschaft

Die hessenschau erreichte den Sozialarbeiter am Telefon und gab ihm die Gelegenheit zu einer Stellungnahme. Der Mann lehnte dies jedoch ab. Nach hr-Informationen gehörte er bis 2010 der Kasseler Burschenschaft Germania an. Für sie soll er unter anderem einen rechtsextremen Redner zu einem Vortrag eingeladen haben und eine Zeit lang auch deren Sprecher gewesen sein. Auch den studentischen Verband der Burschenschaft soll er geleitet haben.

Außerdem soll er eine Internet-Seite der NPD verantwortet haben. Bei einem Internet-Versand für Artikel für rechtsgesinnte Kleidung, Fahnen, CDs und ähnliches soll er einen rassistischen Kommentar ins Forum geschrieben haben. „Kassel ist eine innere Kolonie, alles Kanaken! Dank u. Heil“, schrieb der Mann dort. Vor drei Jahren ist er offenbar aus der Burschenschaft geflogen. Das geht aus einer Austrittsliste hervor, die der hessenschau vorliegt.

(Quelle: http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36086&key=standard_document_50900617)

Advertisements
Kategorien:Burschenschaft Germania, Kassel, NPD Schlagwörter: ,
%d Bloggern gefällt das: