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Gedenkstein am Halit Yozgat Platz erneut mit Farbe übergossen

7. April 2014
Gedenkstein mit Farbe überschüttet (Quelle: http://raccoons.blogsport.de/)

Gedenkstein mit Farbe überschüttet (Quelle: http://raccoons.blogsport.de/)

Kassel – Gerade einmal etwas über ein Jahr ist es her, das die Gedenktafel für das Kasseler Opfer des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) Halit Yozgat mit schwarzer Farbe überschüttet wurde (wie berichteten). Jetzt ist es wider passiert, unmittelbar nach der Gedenkfeier zum Jahrestag seiner Ermordung.

Wie die Polizei in einer Pressemitteilung mitteilte, entdeckte heute Morgen eine Polizeistreife des Reviers Nord die mit schwarzer Farbe beschmierte Gedenktafel auf dem Halitplatz. Die genauere Überprüfung ergab, dass eine schwarze Substanz über die Tafel gekippt worden war. Nach ersten Ermittlungen handelt es sich möglicherweise um eine bitumenartige Flüssigkeit. Die Spurensuche führte zum Auffinden weiterer Tropfen der schwarzen Substanz auf dem Boden des Halitplatz zwischen des Gedenksteins und einer Sitzbank, die dahinter direkt am Nebeneingang zum Hauptfriedhof steht.

Möglicherweise goss/en der oder die Täter die schwarze Flüssigkeit aus einer Dose oder einem Eimer auf die Gedenktafel und begab/en sich anschließend in Richtung Sitzbank, dabei tropften Reste der Substanz auf den Boden. Anschließend flüchtete/n der oder die Täter in unbekannte Richtung.

Polizei sucht Zeugen

Die Tatzeit kann auf die Morgenstunden eingegrenzt werden. Noch um 4 Uhr war die Gedenktafel unbeschädigt. Eine Funkstreife des Polizeireviers Nord war zu dieser Zeit auf dem Halitplatz, der Gedenkstein noch unbeschmutzt. Um 7.30 Uhr war die schwarze Substanz dann festgestellt worden.

Das Polizeirevier Nord ermittelt nun wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung. Die Ermittler bitten Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, möglicherweise im Zusammenhang mit dem Behältnis, indem die schwarze Substanz transportiert wurde, sich unter 0561 / 910 – 2220 auf dem Revier oder unter 0561 / 9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden.

Verständnis für die Tat

Auf welche Sympathie und Verständnis solche Taten fallen zeigt ein Blick in die Kommentarspalte des entsprechenden Artikels bei der HNA. Ist die Kommentarfunktion dort gemeinhin oft ein Tummelplatz für Sympathisanten der extremen Rechten, ist man sich in der Schuldzuweisung auch diesmal schnell einig. Hier nur einige Auszüge (Rechtschreibfehler im Original) aus der inzwischen gelöschten Kommentarspalte:

  • Wer so ungeschickt und mit dem Holzhammer eine Meinung positioniert muss sich nicht wundern wenn andere Ihre Meinung dazu ebenfalls positionieren.
  • Wie wäre es mit einer flutlichtanlage nachts . Natürlich auf kosten des Kasseler Steuerzahlers.
  • Aber, es war zu erwarten. Wer als Familie mit Migrationshintergrund einen Opferausgleich fordert, der Einheimischen nicht 100 Jahren zugebilligt wird, der zieht den Unmut der Leute förmlich auf sich.
  • Ein vernünftiges Zusammenleben mit den Deutschen wird nicht erreicht wenn immer neuer Hass erzeugt wird, es muss irgendwann wieder normal werden und das bedeutet auch weniger Dramatisch wenn etwas geschieht was jeden Tag an jeder Ecke passieren kann, oder soll ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes rund um die Uhr zur Bewachung abgestellt werden. Das dann bitte aber auch an allen anderen Stellen wo es zu Schmierereien kommt.
  • Armselig, wenn eine Sachbeschädigung mit einer Meinungsäußerung gleichgesetzt wird…
  • Es werden auch andere Dinge beschmiert, besprayt oder beschädigt… die nichts mit getöteten Menschen mit migrantem Hintergrund betreffen.
  • Das zeigt doch, was viele von diesem Denkmal halten!
  • Keine Sorge, der Gedenkstein ist spätestens morgen schon wieder gereinigt (…) sogar die Reinigung in der Stadt Kassel nach einer politisch korrekten Prioritätenliste vorgenommen wird.

(Quelle: http://www.hna.de/lokales/kassel/unbekannte-schaenden-nsu-gedenkstein-halitplatz-3463885.html, eingesehen am 07.04.2014; 18:00 Uhr)

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