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Neue rechtsextreme Partei in Nordhessen: Der III. Weg

16. Juli 2014
Bericht der "Verteilaktion" in Schwege

Bericht der „Verteilaktion“ in Schwege

Eschwege – Eine neue Partei der extremen Rechten versucht momentan in Nordhessen Fuß zu fassen. Es handelt sich dabei um die Partei „Der III. Weg“, die bislang vor allem in Süddeutschland aktiv ist. In pathetischen Worten wird über eine Verteilaktion berichtet, die in Eschwege stattgefunden haben soll.

„Der Ruf nach einer freien, souveränen Nation macht sich auch im Raum Eschwege/Hessen breit. In verschiedenen Eschweger Stadtteilen haben Kameraden der nationalrevolutionären Partei ´Der III.Weg´ Flugblätter und weiteres Informationsmaterial an Haushalte in der verteilt“ heißt es auf der Homepage der Partei. Belegt werden soll dies mit Bilder von ein paar Briefkästen, aus denen Flyer heraushängen. Man täte dies „um den Bürger von einer politischen und revolutionären Alternative zu überzeugen, die dereinst wegweisend dafür sein wird, unserem Volk eine sichere Existenz als Lösung gegen den fauligen Zeitgeist und androhenden Volkstod zu vermitteln“ geht es im gleichen Tenor weiter.

(Ein Hintergrundartikel zu Geschichte und Zielen der Partei folgt weiter unten)

Die in der Region dahintersteckenden Aktivisten sind Personen, die in der Vergangenheit schon in anderen rechtsextremen Vereinigungen aktiv waren, zuletzt waren ihre dilettantischen Aktivitäten ein Grund dafür, dass sich die Partei die Rechte in Hessen im Streit wieder aufgelöst hat. Nachdem sie vorher schon mit der NPD gebrochen haben, ist nun der III. Weg die vorerst letzte Station ihrer politischen „Karriere“.

Hintergrundinfos zur Partei der III. Weg in einem Artikel von netz-gegen-nazis.de:

„Der III. Weg“ – eine neue rechtsextreme Kleinstpartei

Von Jakob Rödl

Seit September 2013 gibt es eine neue Neonazi-Partei in Deutschland. Laut eigenen Angaben gründete sich die Partei „Der III. Weg“ am 28. September 2013 in Heidelberg. Vorsitzender der Partei ist der ehemalige NPD-Funktionär Klaus Armstroff, der als Vertreter der NPD im Kreistag Bad Dürkheim sitzt und bis vor wenigen Monaten außerdem im NPD-Landesvorstand aktiv war, der damals von seiner Frau Dörthe geleitet wurde.

Klassisches rechtsextremes Parteiprogramm

Das auf der Homepage der Partei veröffentlichte „Zehn-Punkte-Programm“ (in Anlehnung an das 25-Punkte-Programm der NSDAP) beinhaltet Ziele wie die „Schaffung eines Deutschen Sozialismus“ oder die „Wiederherstellung Gesamtdeutschlands in seinen völkerrechtlichen Grenzen“. Auch andere klassische Forderung der Rechtsextremen, wie „Heimat bewahren“ und „Deutsche Kinder braucht das Land“ werden dort gestellt. Allgemein lehnt sich „Der III. Weg“ eng an die NPD an. So sollen „sämtliche Schlüsselindustrien, Betrieben der allgemeinen Daseinsfürsorge, Banken, Versicherungen sowie alle Großbetriebe“ verstaatlicht werden. Sie nennt das „raumgebundene Volkswirtschaft“ – im Gegensatz zur „raumorientierten Volkswirtschaft“ der NPD.

Ausweichorganisation für das FNS?

„Der III. Weg“ scheint gute Verbindungen in die Kameradschafts-Szene zu haben. Kurz nach Gründung der Partei verwies die Homepage des „Freien Netz Süd“ (FNS), ein vor allem in Bayern, aber auch bundesweit aktiver Kameradschafts-Dachverband, auf die Seite der neuen Partei. „Der Nationale Widerstand hat hingegen mit der Partei DER DRITTE WEG nun eine neue Chance mehr gewonnen, Deutsche, die es tatsächlich auch noch sein wollen, zu sammeln und im Verbund mit freien Nationalisten auch in Zukunft, fernab der Abzockermentalität der Nationaldemokraten, gemeinsam entschlossen für die Freiheit Deutschlands zu kämpfen“, hieß es im Oktober 2013 beim FNS als Reaktion auf Kritik aus dem Umfeld der NPD.

Außerdem wurden immer wieder Artikel und ein Banner des „III. Wegs“ auf Seiten der FNS übernommen. Vermutlich soll „Der III. Weg“ als Ausweichorganisation für das FNS dienen, welches nach Razzien im Juli 2013, wie schon ihre Vorgängerorganisation die Fränkische Aktionsfront, von einem Verbot durch den bayerischen Innenminister bedroht ist.

Demonstrationen in Wunsiedel und Karlsbad

Außerdem gibt es personelle Überschneidungen zwischen dem FNS und „Der III. Weg“. Für das jährliche „Heldengedenken“ des FNS im oberfränkischen Wunsiedel mobilisierte III.-Weg-Chef Armstroff im Internet. Dort waren auch Banner der Partei zu sehen. Der im Mai 2013 aus der Haft entlassene FNS-Führungskader Tony Gentsch trat des Weiteren als „Vertreter der neuen Parteialternative ‚Der III. Weg‘“ an einer Demonstration gegen eine Asylbewerberunterkunft in Greiz auf.

Am 15. Februar 2014 zeigten sich deutsche Neonazis bei einem „Trauermarsch“ im tschechischen Karlsbad. Dort waren neben Tony Gentsch und Klaus Armstroff auch Matthias Fischer, FNS-Führungskader und Gründer des „Deutsch-Böhmischen Freundeskreises“, einem Netzwerk tschechischer und deutscher Neonazis, zugegen.

Im oberfränkischen Hof wurde am 25. Januar 2014 ein „Stützpunkt“ des III. Wegs „im kameradschaftlichem Kreise“ gegründet. Dieser ist damit nach der Ende November 2013 in München aufgetretenen Ortsgruppe der zweite Stützpunkt der rechtsextremen Partei in Bayern.

Aktualisiert am 26. März 2014

Seit Ende März 2014 gibt es auch einen Münchener Stützpunkt. Bei der „Stützpunktgründung“ traten unter anderem der bekannte Fürther Neonazi Matthias Fischer und der verurteilte Rechtsterrorist Martin Wiese als Redner auf. Es sollen circa 70 Personen anwesend gewesen sein.

(Quelle: http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/der-iii-weg-eine-neue-rechtsextreme-kleinstpartei-9317)

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