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Neonazi-Terrorist Manfred Roeder gestorben

30. Juli 2014
2014-07-30

Manfred Röder im Kreis russicher Rechtsetxremisten

Neukirchen – Manfred Roeder ist tot. Der notorische Holocaust-Leugner und verurteilte Neonazi-Terrorist verstarb am Mittwoch 85-jährig in Neukirchen (Schwalm-Eder-Kreis). In den achtziger Jahren galten die von ihm gegründeten „Deutschen Aktionsgruppen“ als eine der gefährlichsten Organisationen der extremen Rechten. Bei ihren Anschlägen kamen mehrere Menschen ums Leben.

Zwei Menschen hat Manfred Roeder auf dem Gewissen. 1982 verurteilte ihn das Stuttgarter Oberlandesgericht wegen Rädelsführerschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 13 Jahren Freiheitsstrafe. Die von ihm gegründeten „Deutschen Aktionsgruppen“ verübten zu Beginn der achtziger Jahre mehrere Brand- und Sprengstoffanschläge auf eine Schule, die den Namen des berühmten jüdischen Pädagogen Janusz Korczak trug, ein Landratsamt und einige Flüchtlingswohnheime.

1980 töteten zwei seiner Gefolgsleute, Sibylle Vorderbrügge – gleichzeitig Roeders Geliebte – und Raimund Hörnle, in Hamburg die beiden jungen Asylbewerber Ngoc Nguyên und Anh Lân Dô bei einem Brandanschlag. Die beiden Neonazis hatten Molotowcocktails in ein Asylbewerberwohnheim in Hamburg-Billbrock geworfen. Roeder bestritt stets eine Beteiligung, nannten Asylbewerber laut dem SPIEGEL aber gerne „Halbaffen“.

Neonazi-Terrorist, Porno-Gegner, Holocaust-Leugner

Der traurige „Höhepunkt“ einer brauner Karriere, die bereits vor den Anschlägen reichlich Stoff für die Ermittlungsbehörden bereit hielt. Doch zuvor engagierte sich das einstige CDU-Mitglied gegen den „Sittenverfall“. Die Staatsanwaltschaft wurde auf den zeitweiligen Anwalt des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess aufmerksam, da er Kinoplakate mit Ölfarbe beschmiert hatte, um gegen Sex-Fotos zu protestieren. Später dann – mittlerweile tief in der braunen Szene angekommen – habe Roeder eine Todesliste verschickt, auf der u. a. die Namen von Beate Klarsfeld, Willy Brandt oder Franz-Josef Strauß standen, berichtet der Journalist Olaf Sundermeyer in seinem Buch „Rechter Terror in Deutschland“. Außerdem soll er nach Informationen des SPIEGELS den früheren SS-Mann Thies Christophersen, der während des Zweiten Weltkriegs Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz war, ermutigt haben, ein Pamphlet zu verfassen, das bis heute Kultstatus in der Szene geniest: „Die Auschwitz-Lüge“, zu dem Roeder das Vorwort beisteuerte, was ihm eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten einbrachte.

… und NPD-Bundestagskandidat

1998 kandidierte der Jurist, bereits als 16-Jähriger in die Wehrmacht eingetreten war, auf dem Ticket der NPD in Stralsund für den Bundestag. Verkündet wurde dieser Coup seinerzeit vom damaligen NPD-Kreisvize Axel Möller, so publikative. Möller, der „Macher“ des Neonazi-Hetzportals „Altermedia“ verbüßt gerade eine mehrjährige Haftstrafe, u. a. wegen Volksverhetzung. Zwei Jahre zuvor stand Roeder in Erfurt vor Gericht. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der umtriebige Neonazi, der im Gerichtsaal von den späteren mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt unterstützt wurde, an einen Farbanschlag auf die „Wehrmachtsausstellung“ beteiligt war. Für einen Skandal sorgte der Rechtsterrorist 1995, als er auf Einladung vor der Führungsakademie der Bundeswehr gesprochen hatte.

Nach Informationen der HNA verstarb Roeder am Mittwoch im Alter von 85 Jahren in Neukrichen im Schwalm-Eder-Kreis.

(Quelle: http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/sonstige/artikel/neonazi-terrorist-manfred-roeder-gestorben.html)

Nachtrag: Wie verschiedene Medien berichteten, ist Röder bereits am Samstag den 2. August beigesetzt worden. Der Termin war von den Angehörigen vom ursprünglich geplanten 4. August vorverlegt worden, um eine Teilnehme der Neonazis zu verhindern.

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