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Neonazi hat Demonstration in Güntersen (Nds.) angemeldet

11. September 2014
Der Demo-Anmelder mit „Kassel“ Fahne auf dem Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf, August 2014

Der Demo-Anmelder mit „Kassel“ Fahne auf dem Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf, August 2014

Güntersen (Kreis Göttingen) – Wie regionale Zeitungen berichtet haben, hat ein bekanntes Mitglied der Partei „Die Rechte“ eine Demonstration in Güntersen im Kreis Göttingen angemeldet. Die Veranstaltung soll am Samstag, 28. Februar, in dem zum Flecken Adelebsen gehörenden Ortsteil stattfinden.

Laut Anmeldung ist eine Kundgebung zum Gedenken an den einstigen SA-Sturmführer Horst Wessel mit Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Friedhof in Güntersen geplant. Im Moment werde die Anmeldung geprüft, sagte ein Sprecher des Landkreises gegenüber der HNA. Mit einem Ergebnis sei allerdings nicht so bald zu rechnen.

Der Anmelder, Mitglied im Bundesvorstand von Christian Worchs Partei „Die Rechte“ ist in der Region kein unbekannter (siehe unten: Hintergrund).

Link zum Artikel der HNA

Hintergrund: Artikel aus dem Göttinger Tageblatt vom 04.09.2014

Drohbrief von Mario Messerschmidt

Neonazi bedroht Göttinger Kreisdezernentin

Der bekennende Neo-Nazi Mario Messerschmidt hat auch Mitarbeiter der Göttinger Kreisverwaltung in Briefen bedroht – neben anderen Dezernentin Christel Wemheuer.

Göttingen/Adelebsen. Bekannt geworden waren bisher nur Drohungen gegen Mitarbeiter der Göttinger Organisation Rote Hilfe, für die sich Messerschmidt inzwischen vor Gericht verantworten musste. In dem Brief an die Rote Hilfe hatte Messerschmidt die Mitglieder als „linke Spasemacken“ und „Hohlbirnen“ bezeichnet und mit dem Hinweis auf besonders effektive Pistolenmunition gedroht: „Lieber tot als rot!“. Parallel habe Messerschmidt in einem Brief eine Mitarbeiterin der Göttinger Justizvollzugsanstalt (JVA) beleidigt, ergänzte jetzt Andreas Buick, Sprecher der Göttinger Staatsanwaltschaft. Beides habe ihm eine Strafanzeigen wegen Bedrohung und Beleidigung eingebracht. Im Mai sei er vom Landgericht zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Dagegen habe der Angeklagte Berufung eingelegt – das Verfahren laufe noch.

Geschrieben hatte Messerschmidt die Briefe im Januar 2013 in der JVA: Er war 2009 im sogenannten Pumpgun-Prozess wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz sowie wegen Bedrohung und Beleidigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Bisher nicht öffentlich bekannt war, dass Messerschmidt dann auch einen Drohbrief an das Ordnungsamt des Landkreises und namentlich an die zuständige Dezernenten Wemheuer geschrieben hatte. Die Behörde hatte ihm den Besitz von Waffen untersagt.

Wemheuer und Buick bestätigen den Brief, machen aber keine genaueren Angaben zum Inhalt. Die „offenkundige tief nazistische Einstellung“ des Adressaten hätten sie sehr erschreckt, so Wemheuer. Sie lasse sich davon in ihrem Amt aber „nicht beeindrucken“. Auch rechtlich habe das Schreiben keine Folgen, ergänzt Buick. Das Verfahren sei mit Blick auf die weiteren Fälle eingestellt worden, weil sich daraus mit großer Wahrscheinlichkeit keine höhere Strafe ergeben hätte.

Messerschmidt ist seit kurzem Mitglied im Bundesvorstand der Partei „Die Rechte“. Im „Pumpgun-Prozess“ musste er sich nach einer Schießerei in einer Weender Tabledance-Bar vor sechs Jahren wegen Verstoßes gegen das Waffenund Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten. Dabei soll er auf ein Mitglied des Motorradclubs Hells Angels geschossen haben, dass jetzt eine führende Rolle in Südniedersachsen spielt. Pikant: Während eines Club-Treffens am vergangenen Wochenende in Güntersen sollen sich auch Messerschmidt und sein damaliger Kontrahent freundschaftlich begegnet sein.

Göttinger Tageblatt vom 04.09.2014

http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Goettingen/Uebersicht/Neonazi-bedroht-Goettinger-Kreisdezernentin

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