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Vermeintlicher hessischer JN-Funktionär bei Demo in Hamm

3. Oktober 2014
Impression aus Hamm: Mit der Wahrheit hat man allerdings so seine Probleme

Impression aus Hamm: Mit der Wahrheit hat man allerdings so seine Probleme

Unter dem Motto “Wir sind das Volk! – Gemeinsam für Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung!” marschierten am 3. Oktober 2014 knapp 200 Rechtsextremisten durch Hamm. Organisiert wurde die Demo von der Partei „Die Rechte“. In NRW gibt es seit Längerem teilweise heftige Anfeindungen zwischen der „Rechten“ und der Konkurrenzpartei NPD. So wunderte es niemanden, als bei der Abschlusskundgebung bekannt gegeben wurde, dass einem ursprünglich vorgesehenen Redner der NPD-Jugendorganisation JN, von dessen hessischem Landesverband ein Auftritt „verboten“ worden sei.

Nun korrigierte die Partei „Die Rechte“ diese Darstellung und entschuldigte sich beim hessischen Landesverband der NPD für die Falschmeldung. Es wäre ein gewisser Marcel W. aus dem Nordhessischen gewesen, der als Redner für die NPD zugesagt hätte. Am Veranstaltungstag habe er aber dem Versammlungsleiter gesagt, „er dürfe aufgrund einer Weisung des Landesverbandes Hessen, namentlich des Landesvorsitzenden Daniel Knebel, nicht auftreten“.

Erst im Nachhinein wäre der „Rechten“ bekannt geworden, dass Daniel Knebel schon seit Ende letzten Jahres gar nicht mehr NPD-Landesvorsitzender von Hessen ist, ein solches Verbot somit auch nicht ausgesprochen haben kann. Eine Nachfrage bei W. ergab, dass der jetzt auch meinte, das Verbot „am Vortag [der Demonstration] telefonisch aus der Parteizentrale in Berlin“ bekommen zu haben. Von diesem Verbot wusste aber nun auch in Berlin angeblich niemand mehr etwas.

Neben Maik M. und seinem Umfeld ist der Kaufunger Marcel W. nun ein weiterer nordhessischer Rechtsextremist, der in bundesweiten Zusammenhängen vor allem dadurch auffällt, dass er für Irritationen und Unfrieden sorgt. Gleichzeitig gelang es ihm jedoch, während der Demonstration in Hamm unwidersprochen als vermeintlicher JN Redner aufzutreten, ohne dass es irgendjemandem aufgefallen wäre. Ein bezeichnendes Licht, das dieser Umstand auf den Zustand der hessischen NPD-Strukturen wirft.

Bei der „Rechten“ ist man nicht sicher, was die Gründe für W.s handeln gewesen sind: „Wir wissen nicht, was Marcel W(…) zu dieser Falschinformation bewogen hat: Ob er vor einem öffentlichen Auftritt plötzlich Lampenfieber hatte und eine Ausrede gesucht hat oder ob er einfach Unfrieden stiften wollte.“ Andere Gründe sind ihnen nicht eingefallen. Beispielsweise, das jemand wie Marcel W. nur konsequent umgesetzt hat, was auch beim Reste der Szene beliebt ist: den eigenen Größenwahn mit einem „schwierigen“ Verhältnis zur Wahrheit zu kombinieren.

 

 

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