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„Kagida“-Initiatoren aus der AfD

13. Dezember 2014

Kassel (hr) – Die „Kagida“-Demos von Islam-Gegnern und Mitgliedern der rechten Szene in Kassel werden maßgeblich von Mitgliedern der AfD organisiert. Das gilt sowohl für einen zentralen Redner des lokalen „Pegida“-Ablegers als auch für den Anmelder.

Michael Viehmann hat die Demos an den vergangenen zwei Montagen unter der Bezeichnung „Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Kagida) angemeldet – ein Ableger der Bewegung „Patriotischer Europäer gegen Islamisierung“ (Pegida), die in diesem Herbst in Dresden bei Demonstrationen mehrere tausend Teilnehmer auf die Straße brachte – meist aus der rechten Szene.

In Kassel kamen am vergangenen Montag rund 80 Teilnehmer. Nach Angaben des Kasseler Bündnis gegen Rechts waren darunter aktive NPD-Mitglieder, Mitglieder der rechtsextremen freien Kräfte und Hooligans. Der Sprecher des Kreisverbandes Kassel-Stadt der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Manfred Mattis, trat als Redner auf. Dem hr sagte Mattis nun, dass auch der Anmelder der Kagida-Demo, Michael Viehmann, AfD-Mitglied ist.

Forderung nach Positionierung des AfD-Landesvorstands

Während Mattis AfD-Bundessprecher Bernd Lucke für seine positiven Positionierungen gegenüber der Pegida-Bewegung lobte, kritisierte er den hessischen AfD-Landesverband. „Ich wünschte mir, dass unser Vorstand sich zu so einem wichtigen Themen zeitnah erklärt“, sagte Mattis. Offensichtlich tut sich der AfD-Landesvorstand mit einer Bewertung von Pegida schwer. Mehrere Anfragen des hr blieben unbeantwortet.

Mattis kritisierte, dass Teilnehmer der Kagida-Kundgebung bislang nur unter Polizeischutz von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch machen konnten. Von den Gegendemonstranten vom Kasseler Bündnis gegen Rechts sei bei der ersten Veranstaltung Gewalt ausgegangen.

DGB: AfD demonstriert mit Rechtsextremen

Der DGB-Nordhessen ist Teil des Bündnisses. Geschäftsführer Michael Rudolph verurteilte die Gewalt und hält ihre Verursacher für „Idioten“. Er hält die von Mattis angezettelte Gewaltdebatte für ein durchschaubares Manöver. „Damit soll abgelenkt werden von dem politischen Spektrum, mit dem sich die AfD in Kassel zusammentut.“ Wer mit Rechtsextremen gemeinsam demonstriere, müsse mit Gegendemonstrationen rechnen.

Die beiden Gegendemos zu den Kagida-Kundgebungen der vergangenen zwei Wochen hatten mit jeweils 500 Menschen etwa fünf Mal so viele Teilnehmer wie Kagida. Für Montag hat Kagida wieder zu einer Kundgebung aufgerufen. Das Bündnis gegen Rechts will eine Woche drauf für ein weltoffenes Kassel demonstrieren.

Von hr-Reporter Volker Siefert

(Quelle: http://www.hr-online.de/website/radio/hr-info/index.jsp?rubrik=47572&key=standard_document_53832753)

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