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Verschwörungstheoretisches bei der AfD

12. Januar 2015

Kassel (bnr) – Die AfD setzt in Nordhessen ihren Rechtsaußen-Kurs im neuen Jahr fort: Nachdem Parteiaktivisten bei den Pegida-Aufmärschen in Kassel mitmischen, soll nun mit Udo Ulfkotte ein umstrittener Islamkritiker und Verschwörungstheoretiker auftreten.

Ulfkotte wird für den Neujahrsempfang der rechtskonservativen AfD am 25. Januar in Kassel angekündigt. Der 54-Jährige ehemalige Mitarbeiter der „Frankfurter Allgemeinen“ soll bei der AfD-Versammlung sein jüngst erschienenes Buch „Gekaufte Journalisten“ vorstellen. In dem im Kopp-Verlag erschienenen Bestseller benennt der Publizist vor allem längst bekannte Verfehlungen von Medienmachern. Vor Weihnachten war Ulfkotte bei einer Kundgebung der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung in Bonn aufgetreten. Anmelderin dort war eine ehemalige Neonazi-Aktivistin, die inzwischen der rechtsextremen Partei „pro NRW“ angehört. Zuletzt trat Ulfkotte auch bei der Pegida-Demo in Dresden auf und war Interviewgast beim Kreml-treuen Nachrichtenkanal „RT deutsch“.

In der Ankündigung zum Neujahrsempfang fährt Gunnar Gerhard, Beisitzer im Kasseler AfD-Stadtverband schwere Geschütze gegen die Presse auf: „Die Medien sind größtenteils gleichgeschaltet und fast vergleichbar mit der Propaganda des Dritten Reichs und der DDR.“ Der AfD-Mann wittert gar eine Verschwörung gegen die AfD: „Über unsere Partei wird entweder etwas Negatives berichtet oder wir werden totgeschwiegen.“

Der Vorsitzende der Kasseler AfD, Manfred Mattis, hielt mehrmals Reden bei Demonstrationen des Nordhessen-Ablegers von Pegida, der Gruppierung „Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Kagida). Auch Kagida-Anmelder Michael Viehmann, der sich bei Facebook antisemitisch geäußert hatte, ist Mitglied der AfD. Zahlreiche Rechtsextremisten nehmen an den Demos in Kassel teil.

Bei einem Verlegertreffen der rechtsextremen „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP) war Ende vergangenen Jahres angeblich ein „lokaler Funktionär“ der AfD aus dem hessischen Hochtaunuskreis aufgetreten. So ist es zumindest in einem Bericht über die Tagung zu lesen. Ob es sich dabei um Heinz Flöter aus Usingen (Hochtaunuskreis), bis 2011 GfP-Vorstandsmitglied, handelte, wurde nicht bekannt. Der ehemalige NPD-Aktivist Flöter gilt als AfD-Sympathisant, hat jedoch offiziell kein Amt inne.

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