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Kagida-Gründer: Unfreiwilliger Austritt aus der AfD

15. Februar 2015

Kassel (FR) – Kagida-Gründer Michael Viehmann verlässt die AfD – weil die ihn wegen Facebook-Hetze ausschließen will.

Der Chef des Kasseler Pegida-Ablegers, Michael Viehmann, hat die AfD im Zorn verlassen – und ist damit seinem Rauswurf zuvorgekommen. Ausgelöst wurde das Zerwürfnis durch einen Bericht der Frankfurter Rundschau über antisemitische und hetzerische Internet-Postings des 46-Jährigen. Der Gründer von Kagida („Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“) hatte auf seiner Facebook-Seite unter anderem über das „Judenpack“ geschimpft und seinen Gewaltfan-tasien gegen Politiker freien Lauf gelassen. „Frau Merkel, man sollte dich steinigen, du Vieh“, schrieb Viehmann, nachdem die Bundeskanzlerin im letztjährigen Gazakrieg das Selbstverteidigungsrecht Israels betont hatte. „Ich (…) hoffe, dass hier bald eine Revolution ausbricht und dem ganzen deutschen Politpack der Schädel eingeschlagen wird.“

Das war selbst der AfD – die bei der Pflege rechter Ressentiments und der Agitation gegen die „Politikerkaste“ auch nicht eben dünn aufzutragen pflegt – zu viel. Von „unsäglichen Kommentaren“ sprach Konrad Adam, Bundes- und Landessprecher der Partei. Von ihm zur Rede gestellt, habe Viehmann zunächst behauptet, dass es sich bei den Sätzen, die monatelang auf seiner Facebook-Seite zu lesen waren, um eine Fälschung handele, sagte Adam der FR.

Den Landesvorstand der AfD konnte der Kagida-Macher damit jedoch nicht überzeugen: Am Freitag wurde ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet. Daraufhin veröffentlichte Viehmann bei Facebook sein wütendes Abschiedsschreiben an die Partei: „Der Anruf und vor allem der Ton des Herren Dr. Konrad Adam (…) kann ich so nicht hinnehmen“, schäumte er in wie üblich bedenklicher Grammatik.

Ungemach droht in diesem Zusammenhang auch dem Sprecher des AfD-Kreisverbands Kassel-Stadt, Manfred Mattis. Der Rechtsanwalt unterstützt die wöchentlichen Kagida-Demonstrationen – an diesem Montag werden zum zwölften „Spaziergang“ wieder rund 80 Menschen erwartet – regelmäßig mit Redebeiträgen. Auch nachdem die FR detailliert berichtet hatte, dass bei den Aufmärschen NPD-Leute und andere offen Rechtsextreme als Ordner eingesetzt würden, hielt der vormalige CDU-Politiker an seinem Engagement fest – und nahm die Kagida-Teilnehmer sogar ausdrücklich gegen den Vorwurf der Islam- und Ausländerfeindlichkeit und des Rassismus in Schutz.

Mattis muss dem AfD-Landesvorstand deshalb nun Rede und Antwort stehen. Man habe ihn gebeten, „über seine Rolle bei den Kagida-Veranstaltungen erschöpfend Auskunft zu geben“, sagte Adam. Konsequenzen behält sich die Partei vor: „Sein weiteres Vorgehen in dieser Sache wird der Landesvorstand vom Inhalt dessen abhängig machen, was Herr Mattis zu sagen hat.“

von Carsten Meyer und Joachim F. Tornau

 

(Quelle: http://www.fr-online.de/rhein-main/kagida-unfreiwilliger-austritt-aus-der-afd,1472796,29862694.html)

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