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„Die Rechte“ in Hessen am Ende

27. März 2014
Und Schluss: Ein Jahr nach der Gründung ist der hessische Landesverband Geschichte...

Und Schluss: Ein Jahr nach der Gründung ist der hessische Landesverband Geschichte…

Gelnhausen – Mit großen Plänen war man gestartet, im Herbst des Jahres 2012. Christian Worch, Bundesvorsitzender der Partei „Die Rechte“ war extra nach Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) gekommen um den hessischen Landesverband seiner nur ein halbes Jahr zuvor gegründeten Partei aus der Taufe zu heben. Auf den Antritt bei den Landtagswahlen hatte man noch großzügig zugunsten der NPD verzichten wollen, um für die Europawahl voll durchzustarten. Jetzt ist der Landesverband genauso gescheitert wie der Wahlantritt.

Die Partei werde „in Hessen als gescheitert angesehen“ heißt es in einer etwas kryptischen Mitteilung auf der Internetseite des Landesverbandes. Man werde sich bei der Kommunalwahl „neuen Aufgaben widmen“, „egal unter welcher politischen Flagge und egal mit welcher Konstellation des antretenden Personals“ aktiv werden. Jedoch wohl vor allem im Main-Kinzig-Kreis. Der hessische Landesvorsitzende von „die Rechte“, Pierre Levien, hat sowohl dieses Amt, als auch das als stellvertretender Bundesvorsitzender niedergelegt und posierte bereits vor Plakaten einer neu gegründeten Kameradschaft „Nationale Sozialisten Main-Kinzig“.

Über die Gründe für den Niedergang erfährt man bei den bisherigen Landesfunktionären wenig, dafür ist der Bundesvorsitzende Christian Worch umso mitteilungsfreudiger und erklärt die Rücktrittsgründe Leviens in einem rechtsextremen Internetportal:

Levien sei als Landesvorsitzender auch presserechtliche verantwortlich für die Homepage des Landesverbandes gewesen. Eine „Kameradin“ aus Nordhessen hätte die Seite redaktionell betreut und ihm gegenüber versichert, dass sie „als freie Journalistin gewöhnt sei“, auf rechtlich korrekte Inhalte zu achten. Einem Artikel, den sie über Hausdurchsuchungen bei sich und ihrem Lebensgefährten in Wanfried (Werra-Meißner-Kreis) veröffentlich hatte (wir berichteten), folgte dann jedoch ein Ermittlungsverfahren gegen Levien.

Dieser hätte nun, ohne seinen Bundesvorsitzenden oder einen anderen „Fachmann“ zu fragen einen Anwalt eingeschaltet. Das Verfahren sei zwar eingestellt worden, Levien aber auf den Anwaltskosten sitzen geblieben. Die „Kameradin“ hat, entgegen einer angeblichen vorherigen Zusage, diese Kosten nicht für ihn übernommen. Im daraus entbrannten Konflikt hätte Pierre Levien es vorgezogen, seine Ämter niederzulegen.

Das Resumee Worchs über seinen ehemaligen Landesvorsitzenden: „Kein Steher. Schade eigentlich. (…) Aus meiner Sicht war der Mann gut, aber eben nicht gut genug.“
Sicherlich hat es neben dieser herzzerreißenden Geschichte noch andere und vor allem wichtigere Gründe für den Niedergang der Partei gegeben. Aber eine anschaulichere Beschreibung des Zustandes der Partei und seiner Anhänger wird schwer zu finden sein.

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